Das Stück

Exposé

Wenn sich zur vierten Jahreszeit 2018 der Geburtstag des bekanntesten Weihnachtsliedes der Welt zum 200ten Mal jährt, erzählt ein Musical die Geschichte dieser Melodie, die kein Geringerer als Placido Domingo als Das Friedenslied bezeichnet hat.

 

1848 macht in Oberndorf die Nachricht die Runde, dass Joseph Mohr, der frühere Hilfspfarrer der Gemeinde im Salzburger Land, im Alter von 56 Jahren in der Fremde verstorben ist. In der Bauernfamilie eines ehemaligen Freundes erinnert man sich wehmütig und traurig an das Leben des jungen Geistlichen. Selbstbewusst, charakterfest war er der Mohr und scheute auch keine Auseinandersetzungen mit seinem Vorgesetzten, Hochwürden Nöstler oder der Institution Kirche selbst. Ja, und wie gut, dass sich der begabte Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber so gut mit dem Mohr verstanden hat. Man erinnert sich, welche Umstände Joseph Mohr zu dem Gedicht inspirierten, aus dem schließlich das alles versöhnende Lied Stille Nacht, Heilige Nacht entstand.

 

Es war dann der Orgelbauer Karl Mauracher, der die Originalweise von Stille Nacht in seiner Heimat Tirol verbreitete, wo sie fälschlicherweise zunächst als echtes Tiroler Volkslied kursierte. Diesem Irrtum würde die Welt vielleicht heute noch aufsitzen, wären da nicht die beiden Zillertaler Familien Rainer und Strasser gewesen. Die Rainers, die das Lied über England nach Nordamerika mitnahmen, und die Familie des Handschuhmachers Lorenz Strasser, den es nach Leipzig verschlug, um dort Handel zu betreiben. Das Musical Stille NachtEin Lied geht um die Welt verfolgt an dieser Stelle die magische Geschichte der Familie Lorenz Strasser, die aus Geldnot auf der Straße singen musste und von Abschieden, die diese Not einforderte.

 

Zerrissene Landschaften, zerrissene Figuren, zerrissene Träume. Der Kampf des Überlebens jenseits der Hoffnung entsteht aus der Hoffnung.

 

Die zeitgemäße Partitur von Thomas E. Killinger beschreibt ein musikalisches Kolorit, das sich der Anmutung einer heimeligen Stubenmusik, einem burschikosen alpenländischen Plattler bis hin zum heutigen Musical sinfonischen Arrangement bedient.


Der Autor Claus J. Frankl Der Namen der Rose verfasste mit der Lyrikerin und Autorin Petra Franziska Killinger das Libretto und die Lyriks zum Stück. Nach dem Studium aller zur Verfügung stehender historischer, kommentierender Dokumente legt Claus J. Frankl nicht nur großen Wert auf die historische “Wahrheit”, sondern in der Fiktion beleuchten er und Petra Franziska Killinger intensiv die emotionale, existenzielle Situation der damaligen Protagonisten. Vor diesem Hintergrund entstand der spannende, emotionalisierende Plot zum Stück.